„Oberbergs Schmetterlinge“ – in der Domstadt (fast an der) Spitze

MTV Köln – SG Rodt-Müllenbach 3:2 ( 25:22 / 23:25 / 25:21 / 29:31 / 15:12)

Die Volleyballerinnen der SG Rodt-Müllenbach zeigen beim Tabellenführer der Verbandsliga ein starkes Spiel in fünf umkämpften Sätzen und haben den Favoriten am Rande der Niederlage. Doch am Ende siegt Köln mit 3:2.

Das Topspiel der Volleyball-Verbandsliga fand am 12. Spieltag in Köln-Mülheim statt. Die Oberbergischen Schmetterlinge traten als Tabellendritter beim Tabellenführer und Aufstiegsfavoriten MTV Köln an, denen sie im Hinspiel in Marienheide deren einzige Niederlage der Saison beigebracht hatten. Gut gefüllt präsentierte sich die Halle vornehmlich mit Kölner Fans, aber auch einige Unterstützer aus dem Oberbergischen hatten sich nach Köln aufgemacht; und die Zuschauer sollten eine spektakuläre Partie geboten bekommen.

MTV Köln zeigte sofort, warum sie sich auch selbst die Rolle als Aufstiegsfavorit auf die Fahnen geschrieben haben, und entfachte von Beginn an in Aufschlag und Angriff einen Druck, wie es kaum ein anderes Team der Liga vermag. Rodt-Müllenbach, mit einer Serie von sechs Siegen im Rücken ebenfalls in Topform, brauchte eine Idee länger, um ins Spiel zu kommen. So liefen sie im ersten Satz einem Rückstand von drei bis fünf Punkten hinterher, der sich auf Grund des konstanten Spiels der Gastgeberinnen nicht aufholen ließ. Spätestens im zweiten Satz war das Match dann aber ein offener Schlagabtausch. Beide Teams erzielten viele spektakuläre Punkte und trotz der enormen Stärke beider Angriffsreihen gab es auch einige lange umkämpfte Ballwechsel. Auf Müllenbacher Seite präsentierte sich Vera Breidenbach gegen ihren Ex-Club hochmotiviert und erzielt insbesondere in der entscheidenden Phase dieses Satzes viele Punkte. Die Kölner Gastgeberinnen ließen sich jedoch durch den Verlust des zweiten Satzes nicht aus dem Konzept bringen, legten einen fast fehlerfreien dritten Durchgang hin und gewannen diesen folgerichtig.

Das Spiel war bereits auf höchstem Verbandsliganiveau, aber der vierte Satz sollte ein besonderes Highlight werden. Ramona Gerke zeigte sich wie in den vergangenen Wochen in immer besserer Form und hatte über die Außenposition eine überragende Angriffsquote, während die Kölnerinnen vor dem Spiel großen Respekt insbesondere vor den Oberbergischen Mittelangreiferinnen geäußert hatten. Der vierte Durchgang verlief völlig offen, aber die Gäste aus Marienheide erarbeiteten sich beim 22:24 zwei Satzbälle. Köln konnte diese abwehren und der Satz ging in eine Verlängerung, die eine ganze Story für sich schreiben sollte. Immer wieder gelang es Rodt-Müllenbach den eigenen Sideout zu halten und sich einen Satzball zu erarbeiten, immer wieder wehrte Köln diesen ab. Beim vierten Satzball entfuhr dem zweiten Schiedsrichter vor Anspannung ein versehentlicher Pfiff im Ballwechsel und dieser musste wiederholt werden. Beim Stand von 28:28 wurde es dann emotional. Der Schiedsrichter hatte eine Ballberührung einer Kölner Spielerin nicht gesehen und gab den Punkt an den MTV, was erstmalig Satzball für die Gastgeberinnen bedeutet hätte. Die Müllenbacherinnen protestierten heftig und die faire Kölner Spielerin gab den Touch auch zu. Dies missfiel weniger auf Fairplay bedachten Spielerinnen wie der Kölner Libera, die zu einer Schimpftirade ansetzte. Den Oberbergischen Gäste wiederum stieß übel auf, dass der Schiedsrichter später gegenüber den Kölnerinnen erklärte, es zu bereuen, dass er seine Entscheidung hier revidieren musste. Die Entscheidung fiel dann erst mit dem achten Satzball: Lara Gerke und Vera Breidenbach gelang ein erfolgreicher Doppelblock gegen die Kölner Außenangreiferin und es stand 2:2 in den Sätzen. Es ging in den Tiebreak und hier konnte Rodt-Müllenbach den Schwung aus dem gewonnen Vierten zunächst mitnehmen. Mit einer drei Punkte Führung ging es zum Seitenwechsel und beim 6:11 schien der Sieg gegen den Topfavoriten zum Greifen nah. Doch in Angesicht des möglichen Sieges kehrte auf einmal Nervosität ein, die Annahme des Gäste fing an zu wackeln, die Angriffe trafen einfach nicht mehr das Feld und auch der Schiedsrichter war nicht auf ihrer Seite und winkte zwei eher fragwürdige Netzaktionen der Kölnerinnen durch. Irgendwie war nun der Stecker gezogen, MTV Köln gewann den Satz mit 15:12 und die Müllenbacherinnen gingen trotz einer über weite Teile grandiosen Leistung etwas geknickt vom Feld.

In der Tabelle bleibt die SGRM auf Tabellenplatz 3 und hat das Erreichen von Platz 2 noch in der eigenen Hand. Die Spitzenteams MTV und AVC Köln zeichnet jedoch eine enorme Konstanz aus und sie haben sich bislang noch keine Schwäche gegen einen der „Kleineren“ der Tabelle erlaubt. Rodt-Müllenbach wiederum kann den Ärger über das verlorene Match mit der Lust auf Revanche bündeln, wenn es im Heimspiel am 08.02. gegen die SG Pulheim/Frechen geht. In Hinspiel beim Mitaufsteiger unterlief ihnen die erste Saisonniederlage.